Source: OPP
Ärztliche Versorgung
Die medizinische Versorgung von Asylsuchenden ist durch das Sozialhilfegesetz geregelt. In der Praxis werden Kostenübernahmen für notwendige Behandlungen oft abgelehnt. Wer ohne gültigen Aufenthaltsstatus Opfer rassistischer Gewalt wird, hat zunächst keinen regulären Zugang zu medizinischer Versorgung.
Medizinische Versorgung wird Flüchtlingen im Asylverfahren oder mit einer Duldung im akuten Krankheitsfall, bei Schmerzzuständen sowie in Schwangerschaft und bei der Entbindung gewährt. Diese Regelung wird in der Behördenpraxis regelmäßig so gehandhabt, dass eine angemessene medizinische Versorgung kein Recht, sondern eine zu genehmigende Ausnahme darstellt. Ärztliche und therapeutische Maßnahmen werden daher auch nach rechten Überfällen häufig abgelehnt.
Es ist hilfreich, Kostenübernahmeanträge mit Stellungnahmen von Beratungsstellen und insbesondere mit medizinischen oder psychologischen Gutachten zu untermauern. Die Opferhilfe Brandenburg bietet kostenlose psychologische Beratungsgespräche für Flüchtlinge an und kann Gutachten erstellen, die eine Therapie begründen.
Sollte eine Ablehnung erfolgen, kann und soll Widerspruch eingelegt werden. Es sollte in solchen Fällen erwogen werden, übergeordnete Instanzen einzuschalten oder mittels politischen und öffentlichen Druck das Recht auf medizinische Behandlung durchzusetzen. Die Opferperspektive und der Flüchtlingsrat Brandenburg können solche Maßnahmen unterstützen.
Wird die Kostenübernahme nicht in angemessener Frist erreicht, müssen ÄrztInnen gesucht werden, die zu einer kostenlosen Behandlung bereit sind. In Berlin besteht durch das Büro für medizinische Flüchtlingshilfe ein Netzwerk von MedizinerInnen, die Flüchtlinge und illegalisierte MigrantInnen aus Brandenburg behandeln – kostenlos und ohne Ansehen des Aufenthaltsstatus. Diese Möglichkeit sollte zuletzt wahrgenommen werden.
(OPP)
links:
Büro für medizinische Flüchtlingshilfe
[Vermittlung kostenloser medizinischer Behandlung]
Flüchtlingsrat Brandenburg
[Zusammenschluss für die Rechte von Flüchtlingen]
Opferhilfe Brandenburg
[Beratung für Kriminalitätsopfer]

