Finanzübersicht
Der Verein Opferperspektive ist als gemeinnützig und mildtätig anerkannt; zuletzt wurde dies vom Finanzamt Potsdam am 14. Januar 2008 bestätigt. Die Einnahmen und Ausgaben liegen in den vergangenen Jahren jeweils bei etwa 350.000 Euro. Die Mittel werden für die Hilfe für Opfer rechter Gewalt, für politische Bildung und Gewaltprävention verwendet.
Der Schwerpunkt, für den über 80 Prozent der Gelder ausgegeben werden, ist die aufsuchende Opferberatung. Etwa zehn Prozent werden für Bildungsangebote und befristete Projekte aufgewendet, die übrigen zehn Prozent sind Spenden und Hilfsgelder, die an Opfer ausgezahlt werden. Etwa 20 Prozent der Einnahmen werden unter anderem durch Spenden, Bußgelder, private Zuschüsse erwirtschaftet, während ungefähr 80 Prozent staatliche Zuschüsse, hauptsächlich aus dem Landeskonzept »Tolerantes Brandenburg« sowie aus dem Bundesförderprogramm »Beratungsnetzwerke«, sind.
| EINNAHMEN | 2007 | 2006 |
| Zuschüsse für Opferberatung | 255.780,60 | 242.463,87 |
| Zuschüsse für Koordination von Beratungsstellen | 18.236,28 | 55.715,12 |
| Zuschüsse für Bildungsarbeit | 20.033,32 | 6.233,50 |
| Spenden | 25.498,97 | 25.601,40 |
| Bußgelder | 2.950,00 | 6.060,00 |
| Sonstige Einnahmen | 9.055,82 | 4.946,32 |
| Zweckgebundene Spenden und Opferhilfen | 18.221,40 | 39.457,50 |
| Gesamteinnahmen | 349.776,39 | 380.477,71 |
| AUSGABEN | ||
| Gehälter und Honorare | 237.430,13 | 257.749,19 |
| Fortbildungskosten | 3.902,98 | 3.477,47 |
| Mietkosten | 8.602,32 | 9.069,91 |
| Bürokosten | 20.538,11 | 13.753,80 |
| Reise- und Fahrzeugkosten | 19.733,08 | 11.821,36 |
| Kosten der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit | 18.233,00 | 9.420,47 |
| Sonstige Ausgaben | 10.850,13 | 10.082,16 |
| Auszahlung von Spenden und Opferhilfen | 22.338,95 | 33.485,96 |
| Gesamtausgaben | 341.628,70 | 348.860,32 |
| Gewinn/Verlust | 8.147,69 | 31.617,39 |
Stand: 15.5.2007 (Die Daten für 2007 sind noch vorläufig)
Spenden
Ein Teil der Einnahmen – 2006 waren es knapp 40.000 Euro, 2007 knapp 20.000 Euro – kommt durch private Spenden und Opferhilfen zustande, mit denen Menschen unterstützt werden, die durch rechte Gewalttaten in besondere Notlagen geraten sind. Darunter sind Menschen, die besondere medizinische Versorgung benötigen oder die arbeitsunfähig geworden sind, sowie Waisen. Hilfen und Entschädigungen für KlientInnen, oft AsylbewerberInnen, die kein Konto haben, kommen dazu. Diese zweckgebundenen Spenden und Zahlungen werden ohne Abzüge an KlientInnen ausgezahlt.
Die Unterstützung durch Förderer ist auch die Grundlage der Arbeit des Vereins, die durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Bußgeldzuweisungen finanziert wird. Die Spenden sind erfreulicherweise von etwa 8.000 Euro im Jahr 2003 auf etwa 25.000 Euro jährlich in den letzten Jahren gestiegen. Leider ist es bislang nicht gelungen, in vergleichbarer Größenordnung Bußgeldzuweisungen zu erhalten – das soll in den nächsten Jahren erreicht werden. Die Gelder werden vor allem verwendet, um öffentliche und private Fördermittel zu erhalten. Allein 20.000 Euro werden als Eigenanteil eingesetzt, um einen staatlichen Zuschuss für die Opferberatung zu bekommen.
Fördermittel
Die Beratung für Opfer rechter Gewalt wird seit dem zweiten Halbjahr 2007 von der Landesregierung Brandenburg im Rahmen des Handlungskonzepts »Tolerantes Brandenburg« gefördert. Die Fördergelder stammen aus dem Bundesprogramm »Beratungsnetzwerke«, das an die Stelle des Civitas-Programms getreten ist, mit dem die Bundesregierung seit 2001 Modellprojekte in der Bekämpfung des Rechtsextremismus in Ostdeutschland gefördert hatte. Damit fiel Mitte 2007 die Stelle weg, die bei der Opferperspektive sechs Jahre lang die ostdeutschen Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt koordiniert hatte. Das neue Bundesprogramm soll bis zum Jahr 2010 laufen.
Die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit – Ausstellungen, Publikationen, Studien, Seminare und Veranstaltungen – wird aus Zuschüssen sowie durch Kooperationen finanziert. In den vergangenen zwei Jahren waren daran beteiligt: der Verein 2002, das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Heinrich Böll-Stiftung Brandenburg, das Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit und die Nationalagentur Jugend für Europa sowie die Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft. Bei der Wanderausstellung »Opfer rechter Gewalt« kooperiert die Opferperspektive jeweils mit lokalen Vereinen und Institutionen, die die Kosten der Ausstellungen tragen.
Ausgaben
Bei den Ausgaben machen die Gehälter der OpferberaterInnen zusammen mit Fortbildungskosten und Honoraren etwa 70 Prozent aus. Weitere zehn Prozent werden für das Büro in Potsdam und Arbeitsmittel aufgewendet. Für die aufsuchende Beratung im Flächenland Brandenburg fallen erhebliche Reisekosten an; zwei Autos, ein Carsharing-Vertrag sowie Bahnfahrten machen etwa fünf Prozent der Kosten aus. Ebenfalls fünf Prozent werden für Ratgeber und andere Publikationen sowie Veranstaltungen aufgewendet, während etwa zehn Prozent auf Spenden und Opferhilfen als durchlaufende Posten entfallen.
(OPP)

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