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Antidiskriminierung

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Source: Stefan Gloede

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2007-10-12
Source: PNN

Wunsch nach Rückendeckung

Opfer des Übergriffs betroffen von Debatte. Thomas Lähns

Werder (Havel) – Das Werderaner Aktionsbündnis Kurage hat sich nochmals zur Schlägerei in Werder am 17. Mai positioniert (PNN berichteten). »Wir sind uns einig, dass jeder Übergriff, der mit assistischen Beschimpfungen einhergeht – unabhängig vom Urteil der Justiz – als rassistisch einzustufen ist«, heißt es in einer Stellungnahme. Auf dem jüngsten Treffen des Bündnisses wurde die Tat erneut verurteilt. Gast war die Betreuerin der drei Opfer vom Verein Opferperspektive.

Zwei farbige und ein weißer Potsdamer waren am Himmelfahrtstag am Plantagenplatz von einer Gruppe junger Männer als »Nigger« beschimpft und kurze Zeit später mit Eisenstangen zusammengeschlagen worden. Die
Betroffenen hätten jedoch nicht mit einem so großen Echo in der Öffentlichkeit gerechnet, so Betreuerin Johanna Kretschmann. Vor allem seien sie von der Diskussion um das Motiv der Schläger überrascht gewesen, die daraufhin entbrannt ist und sich letztendlich auch gegen die Opfer gerichtet hatte. Kretschmann sprach von Schuldzuweisungen, welche die drei betroffen gemacht hätten. »Wir wünschen uns nur, dass die Werderaner die Tat verurteilen«, formulierte sie deren einfaches Anliegen. Zumal die beiden dunkelhäutigen Brüder öfter in der Stadt unterwegs seien — ihre Familie hat hier ein Wochenendhaus.

Von den Bündnis-Mitgliedern wurde der Wunsch nach Rückendeckung erfüllt, zudem will man mit der Polizei Klarheit über die Hintergründe schaffen. »Zuerst war die Tat bei den Ermittlungsbehörden als rassistisch eingestuft worden – plötzlich ist das weg«, bemerkte Kurage-Sprecher Hans-Hartwig Lau. Dass die Neubewertung mit dem G8-Finanzministertreffen am darauffolgenden Tag zu tun hatte, wurde von der Polizei bestritten.

Die Arbeit der Opferperspektive wollen die Werderaner unterstützen, indem sie deren Arbeit bekannter machen. »In der Regel treten wir an die Opfer von rechter Gewalt heran", erläuterte Johanna Kretschmann. Die würden umfassend betreut, erhalten Rechtsberatung, psychologische Unterstützung und werden zu Behörden begleitet. Außerdem erstellt der Verein eine Chronologie von Gewalttaten, die er selbst als »rechts« einstuft. In Werder hat es demnach seit 2004 sieben solcher Taten gegeben.

(OPP)

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